Einst ein Spezialgebiet für Wirtschaftsethiker, steht das Thema "Corporate Social Responsibility (CSR)" heute auf der Agenda der meisten Unternehmen. Die freiwillige Übernahme gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung durch Firmen wird zunehmend als Grundlage einer nachhaltigen Unternehmensführung erkannt: In der eigentlichen Geschäftstätigkeit, im Umweltbereich und in den Beziehungen mit Mitarbeitern oder Anteilseignern gilt Corporate Social Responsibility nicht als Wohltätigkeit, sondern als strategischer Wettbewerbsvorteil.
Vielseitige Vorträge beleuchteten das Thema CSR von verschiedenen Seiten
Beim VIII. Medienethik-Symposium an der Hochschule der Medien (HdM) untersuchten deshalb Referenten aus Wissenschaft und Wirtschaft das Thema "Corporate Social Responsibility" genauer und vermittelten am 15. Januar 2009, welche Herausforderung ganzheitliches und nachhaltiges CSR darstellt, wie diesen Schwierigkeiten entgegengewirkt werden kann und wie CSR die Gestaltung der unternehmerischen Zukunft prägt. Das Symposium wurde von HdM-Rektor Professor Dr. Alexander W. Roos und von Professor Dr. Rafael Capurro eröffnet. Danach zeigte Dr. Wolfram Heger, Senior Manager Corporate Social Responsibility bei der Daimler AG, die operative Notwendigkeit und den gesellschaftlichen Nutzen von CSR auf. Professorin Dr. Elisabeth Heinemann von der Fachhochschule Worms befasste sich mit der Optimierung von Geschäftsprozessen und welche Werte Mitarbeiter dafür haben müssen. Im Anschluss ging Dr. Herbert Heitmann, Chief Communications Officer, Global Communictions bei der SAP AG auf CSR als "4. Rad am Wagen" ein. Nach der Mittagspause klärte Stefan Blachfellner, INDABA Corporate Consulting e.U., wie Unternehmen mit Innovation und Ethik gewinnen können, bevor sich Dr. Felix Weil von der QUIBIQ GmbH der Frage widmete, warum CSR in der Praxis so schwierig ist.
Blachfellner argumentierte, dass es nicht unbedingt eine Frage der moralischen Werte sei, warum Organisationen verantwortungsbewusste Geschäftspraktiken betonen sollten. Verantwortung bringt für alle Marktteilnehmer Vorteile, die Unternehmen, die Kunden, die Mitarbeiter, die Lieferanten, die Staaten, und sogar für die natürliche Umwelt. Nicht verantwortlich zu handeln ist das selbe als handle man nicht im Sinne des Geschäfts. Darüber hinaus hat er vorgeschlagen, dass jeder Gebrauch machen sollte von seiner Kunden-Macht, dass jeder verantwortungsbewusste Entscheidungen im Verbrauch treffen kann. Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen oder die persönlichen Einsichten der Unternehmer nicht die Art ändern, wie Unternehmen handeln, dann kann das Kaufverhalten der Verbraucher sicherlich alles verändern.
Medienethik-Symposium als Spiegel verantwortungsbewussten, unternehmerischen Handelns
Ziel des Medienethik-Symposiums war es, jungen Studierenden sowie Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erfolgreiche Beispiele einer gelebten Corporate Social Responsibility aufzuzeigen und Denkanstöße zu geben. Im Anschluss an das Symposium wurde der Medienethik-Award (META) für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen im politischen Kontext verliehen. Die Auszeichnung META versteht sich als Qualitätssiegel für wertebewusste und ethisch orientierte Medieninhalte. Der Award wird von Studierenden der Medienwirtschaft an Journalistinnen und Journalisten, Redaktionen und andere Medienschaffende verliehen. Das Medienethik-Symposium fand bereits zum achten Mal statt. Unterstützt wurde es vom Referat für Technik- und Wissenschaftsethik an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg.
“The further the spiritual evolution of mankind advances, the more certain it seems to me that the path ot genuine religiosity does not lie through the fear of life, and the fear of death, and blind faith, but through striving after rational knowledge.”